Studie: Eigenkapitalfinanzierungen können KMU aus der Krise führen

Zur Überwindung der Corona-Krise benötigen mehr als 20 Prozent der Unternehmen im Mittelstand aktuell eine zusätzliche Finanzierung mit Eigenkapitalmitteln. Das ergab eine aktuelle Studie der Stiftung Senat der Wirtschaft.

Es müssen Rohstoffe finanziert oder Vertriebsinvestitionen getätigt werden, um nach der langen Zeit der Lockdowns wieder in einen erfolgreichen Betrieb zu kommen. Eigenkapitalgeber können mit zusätzlichen finanziellen Mitteln unterstützen. Diese Mittel unterscheiden sich von Soforthilfen und Kreditmitteln darin, dass sie in der Regel zur Anteilsbeteiligung am Unternehmen führen. Damit sind Eigenkapitalgeber auch an Gewinn und Risiken beteiligt.

Fonds oder „Mezzanine“ unterstützen abseits von Staatsgeldern

Nach und in den Lockdown-Phasen hat der Studie zufolge bereits ein nennenswerter Teil der befragten Betriebe Kreditmittel aufnehmen müssen. Rund 26 Prozent haben die Überbrückungshilfen des Staates in Anspruch genommen. 24 Prozent gaben an, Kreditmittel zur bisherigen Lockdown-Bewältigung eingesetzt zu haben. Knapp über 15 Prozent haben als Gesellschafter bereits Eigenkapital nachschießen müssen, also privates Geld zur Krisenüberwindung und zum Erhalt der Arbeitsplätze eingesetzt.

Gut ein Viertel der befragten mittelständischen Unternehmen gibt allerdings an, bislang keine geeigneten Unterstützungsprogramme gefunden zu haben oder nicht alle bestehenden Kriterien zu erfüllen, um eine solche Förderung zu erhalten.

Doch es gibt alternative Lösungen: Eigenkapitalfonds- oder sogenannte „Mezzanine“-Finanzierungen sind beispielsweise keine klassischen Schulden. Entsprechend werden sie als nachrangig gegenüber den Forderungen anderer Kreditoren betrachtet. Das ist ein wichtiger Punkt bei erforderlicher Finanzierung und Insolvenzgefahr.

Eigeninitiative und persönliche Investments

Als erfreulich sieht der Senat der Wirtschaft, dass man in mehr als 60 Prozent der befragten Unternehmen glaubt, die Krise aus eigener Kraft überstehen zu können – teilweise auch deshalb, weil der Lockdown nicht alle gleich stark trifft. Manche Unternehmen verzeichnen seit Pandemie-Beginn sogar bessere Umsätze als zuvor.

Als positives Ergebnis der Umfrage bezeichnet der Senat der Wirtschaft auch die enorme Leistung der Unternehmerinnen und Unternehmer, durch Eigeninitiative und persönliches Investment an der Bewältigung der Krise mitzuwirken. Dabei wird noch einmal daran erinnert, dass nicht schlechtes Wirtschaften oder Fehlinvestitionen, sondern die notwendigen Lockdowns zu der Problematik geführt hätten.

Weiterer Kapitalbedarf, aber keine weiteren Kredite

Bereits jetzt sehen viele Mittelstandsunternehmen für das laufende Jahr dringend weiteren Kapitalbedarf. Dieser stehe jedoch häufig vor dem Hintergrund eines bereits angespannten Eigenkapitals und dadurch mangelnder Kreditwürdigkeit. Deshalb geben bereits heute mehr als elf Prozent der Unternehmen an, zur positiven Überwindung weiteres Investivkapital zu benötigen, dieses jedoch durch mangelnde Eigenkapitalausstattung nicht erreichen zu können. Aus dem Kreis der Befragten glaubt mehr als ein Viertel, dass mit Hilfe von „Mezzanine“-Finanzierungen oder privaten Investitionsmitteln das Unternehmen weiter unterstützt werden könnte. Bisweilen lautet die Aussage sogar, dass ohne eine wirksame Unterstützung durch Investoren mit Eigenkapital die Corona Krise für das Unternehmen nicht zu schaffen sei.

Nicht repräsentativ, aber guter Querschnitt

Die Befragung wurde unter den Mitgliedsunternehmen des Senats der Wirtschaft durchgeführt. Dies sind Unternehmen, die Wert auf nachhaltige Unternehmensführung legen und daher eher resilient aufgestellt sind. Die Befragung ist kein repräsentativer Schnitt, zeigt jedoch einen guten Querschnitt der Bereiche Dienstleistung, Produktion, Handwerk und Handel.

 

Sollten sich für Sie Fragen zu Restrukturierung, Sanierung oder Insolvenz ergeben, dann zögern Sie nicht, unsere Experten anzusprechen.

beitrag von Ronny Baar

Geschäftsführer ABG Consulting-Partner GmbH & Co. KG

Telefon: +49 351 437 55-48

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