Vom Gutachten zur Auktion: Der Ablauf einer Industrieversteigerung

Welche Schritte sind notwendig, um beispielsweise Maschinen und technische Anlagen oder gar ganze Betriebe „an den Mann zu bringen“? Und wie ist der Ablauf einer Industrieversteigerung? Der nachfolgende Beitrag beschäftigt sich mit dem Ablauf einer Versteigerung vom Gutachten bis zur Auktion. Herr André Beck vom Industrieauktionshaus HÄMMERLE erklärt, wie grundsätzlich im Einzelnen vorgegangen wird, um einen Käufer für Betriebsvermögen zu finden und Ihnen somit zu neuer Liquidität zu verhelfen.

Startschuss: Das passiert vor dem Gutachten und der eigentlichen Auktion

Es spielt zunächst eigentlich keine Rolle, von wem eine Anfrage, etwas zu versteigern, kommt – ob von einem Insolvenzverwalter, einem Sanierungsberater oder einem Geschäftsführer. Zunächst gilt es, die vorrangigen Wunsch- und Zielvorgaben festzustellen. Das heißt: Zeitansätze, Vermarkungsumfang, örtliche Begebenheiten, Sicherheitsvorschriften und technische Anforderungen sind stets als allererstes zu klären. In der Regel, ist auch ein erster persönlicher Termin vor Ort das sicherste Mittel, um das Veräußerungs- bzw. Räumungsinventar zu sichten und weitere Schritte festzulegen.

Darauf aufbauend werden anschließend die ersten Vorbereitungen für die Auktion getroffen: So wird ein maßgeschneidertes Individualkonzept erstellt und ggf. Dritte wie Demontagedienstleister, Makler oder weitere Experten hinzugezogen.

„step by step“: Ohne zuverlässige Werte keine Versteigerung

Als nächstes folgt im zeitlichen Ablauf das eigentliche Gutachten: Ein Team aus erfahrenen Abwicklern und einem Sachverständigen besucht den betroffenen Betrieb, um die zu veräußernde Assets zu fotografieren, dokumentieren, bekleben und für die Auktion zu katalogisieren; unsere Experten sortieren zudem direkt vorhandenes Zubehör, Kleinwerkzeuge etc. und ordnen diese vorhandenen Maschinen zu.

Kernaufgabe: Die professionelle Vermarktung

Bevor eine Online-Auktion starten kann, gilt es als nächsten Schritt im Verlauf einer Versteigerung, die Objekte zu vermarkten: Essentiell hierfür ist ein breites internationales Kundennetzwerk sowie eine Industrieversteigerungsplattform, die weltweit frequentiert wird, um so die größtmögliche Reichweite zu erzielen. Diese Reichweite wird durch die Verbindung mit weiteren Suchmaschinen und Gebrauchtmaschinenbörsen maximiert. Nur so kann ein breiter Interessentenkreis gewährleistet werden.

Nach der umfangreichen Vermarktung werden die Objekte im Rahmen einer Online- oder Präsenzauktion veräußert. In Ausnahmefällen besteht auch die Möglichkeit von sogenannten freihändigen Aus- oder Komplettverkäufen.

Zielgerade: die letzten Schritte im Ablauf einer Vermarktung

Sobald das Gutachten erstellt und die Auktion beendet ist, werden die jeweiligen Rechnungen der Veräußerungen erstellt. Es ist äußerst ratsam, für jedes Projekt ein separates Treuhandkonto zu führen, um sicherzustellen, dass die Übereignung der Güter erst erfolgt, wenn der vollständige Kaufpreis gezahlt wurde und es keine Vermischung mit anderen Projekten gibt.

Ein weiterer elementarer Vorteil für unsere Auftraggeber ist, dass die Auktionen grundsätzlich nach dem Prinzip Demontage und Abholung durch den Käufer laufen. Für den eigentlichen Verkäufer fallen demnach keine Demontage- und Transportkosten an! Der Versteigerer kümmert sich mit seinem Team vor Ort um die Koordination und die Überwachung von Demontage und Abholung sowie alles rund um die Zollabwicklung.

Bei Bedarf können auch eine ordnungsgemäße Räumung sämtlicher im Rahmen der Auktion nicht veräußerter Restbestände und Entsorgungsposten durchgeführt werden.

Sobald die Übergabe der versteigerten Gegenstände an die Käufer vollzogen worden, erhält der Auftraggeber eine Abrechnung über sämtliche Tätigkeiten und Dienstleistungen. Diese Beträge werden in der Regel mit dem in der Auktion erzielten Verwertungserlös verrechnet, woraufhin dieser an den Auftraggeber überwiesen wird.

Der Verlauf vom Gutachten zur Auktion im Überblick

Hier finden Sie die für eine Veräußerung notwendigen Schritte noch einmal übersichtlich zusammengefasst. Der Ablauf einer Versteigerung durch HÄMMERLE umfasst:

  1. „Kennenlernen“ des Falls und ausführliche Vorbereitung
  2. Gutachten und gezielte Vorbereitung der Auktion
  3. umfassende weltweite Vermarktung
  4. Präsenz- oder Online-Auktion oder bei Bedarf eine andere Veräußerungsart
  5. Rechnungsstellung, Zahlungsüberwachung, Mahnwesen
  6. Überwachung der Demontage und Abholung
  7. Falls beauftragt eine (besenreine) Räumung von Restbeständen
  8. Abrechnung und Auszahlung

Gastbeitrag von André Beck

Herr André Beck ist Diplom-Wirtschaftsjurist und war viele Jahre in der Insolvenzverwaltung und Restrukturierungsbranche tätig. Seit 2015 ist er Niederlassungsleiter für Berlin und die Region Ostdeutschland bei der HÄMMERLE GmbH & Co. KG, einem der bundesweit führenden Spezialisten für zuverlässige Bewertungen und weltweite Vermarktungen beweglichen Betriebsvermögens jeder Art.

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