Pleitewelle bei Hotels und Gaststätten befürchtet

Neben Kultureinrichtungen und Veranstaltern gehört die Hotel- und Gaststättenbranche zu den Hauptbetroffenen der neuesten Corona-Schutzmaßnahmen. Seit Anfang November befindet sich das Gastgewerbe in einem zweiten Lockdown. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga Bundesverband) warnt deshalb davor, dass jedem dritten der 245.000 Betriebe der Branche das Aus drohen könnte. Insgesamt beschäftigt das Gastgewerbe mehr als 2,4 Millionen Menschen, von denen ein erheblicher Teil durch den Lockdown betroffen ist. Entsprechend schnell müssten die von Wirtschaftsminister Altmaier angekündigten Entschädigungen bereitgestellt werden. Derzeit sind Entschädigungen für die betroffenen Betriebe in Höhe von bis zu 75 Prozent der Einkünfte des Vorjahresmonats im Gespräch. Konkrete Informationen dazu, welche Umsätze dabei wie angerechnet werden, oder gar erste Zahlungen standen Anfang November jedoch noch aus. Der Dehoga Bundesverbandfordert eine schnelle und unbürokratische Bereitstellung noch im Monat des Lockdowns.

Branche bereits nachhaltig geschwächt

Der erneute Lockdown konnte für die Gastbranche kaum ungelegener kommen, denn bereits durch die Zwangsschließungen im Frühjahr sind viele Betriebe geschwächt. Dies konnte die leichte Entspannung im Sommer nur geringfügig ausgleichen. Insgesamt spricht die Branchenvertretungvon Umsatzeinbußen in der Gastronomie zwischen März und August von 40,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und beruft sich dabei auf Zahlen des statistischen Bundesamtes. Die allgemeine Verunsicherung der Kunden, das Ausbleiben ausländischer Touristen durch Reisebeschränkungen, Kapazitätsbegrenzungen und Abstandsregelungen: Derartige Herausforderungen haben den Betrieben auch während der zwischenzeitlichen Ruhephase zu schaffen gemacht. Dadurch wurde eine umgehende Erholung verhindert. Vergleichsweise leicht betroffen waren Restaurants oder Imbisse, die einen Lieferservice oder Verkäufe ab Haus anbieten konnten. Hier lag das Minus von März bis August bei 29,3 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Zu größeren Verlusten kam es hingegen bei den Caterern – Minus 42,1 Prozent –, die unter Veranstaltungsabsagen und Einschränkungen bei Feiern litten. Gastronomen, die sich auf den Getränkeausschank spezialisiert haben, mussten die stärksten Einbußen in Kauf nehmen: ein Minus von 45,5 Prozent.

Erneute Verschärfung seit Herbst

Mit dem Anstieg der Infektionszahlen im Herbst spitzte sich die Lage für das Gastgewerbe erneut zu. Im Oktober kam es zu regionalen Beherbergungsverboten, Sperrstunden und örtlichen Lockdowns. Gegen manche dieser Maßnahmen gelang es Betrieben, gerichtlich vorzugehen. Der Dehoga Bundesverband befürchtet auch bezüglich des erneuten Lockdowns zahlreiche Klagen – zumindest dann, wenn die Entschädigungen nicht rechtzeitig zur Verfügung stehen sollten.

Sie sind als Gastronom oder Hotelier selbst vom erneuten Lockdown betroffen? Sie haben Fragen zu Restrukturierung, Sanierung oder Insolvenz? Dann wenden Sie sich gern an unsere Experten.


 

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beitrag von Simon Leopold

Geschäftsführer ABG Consulting-Partner GmbH & Co. KG

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