Corona geht Mittelstand an die Substanz

Die „Sonderumfrage Corona“ und die „Mittelstandsstudie – Frühjahr 2020“ der DZ Bank und des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) zeigen einmal mehr, wie stark die Pandemie die mittelständische Wirtschaft getroffen hat. Da viele Betriebe jedoch einen möglichen Abschwung bereits mit in ihre Planung einbezogen hatten, waren sie nicht völlig unvorbereitet. So hatten Unternehmen in den letzten Jahren etwa ihre Eigenkapitalausstattung sukzessive erhöht. 2018 lag sie der Mittelstandsstudie zufolge bereits bei 27,4 Prozent. Dennoch musste im Zuge des Lockdowns jeder fünfte Teilnehmer der Sonderumfrage staatliche Fördermittel beantragen – unabhängig von Unternehmensgröße, Branche oder Region. Ausnahmen bilden hier lediglich die Agrar- sowie Elektroindustrie und das Baugewerbe, die von den Krisenfolgen weitestgehend verschont blieben.

Betriebe stellen sich den Herausforderungen

Sechs Prozent der Befragten mussten wegen des Lockdowns zumindest teilweise schließen. Jeder Zehnte war der Mittelstandsstudie zufolge außerdem von Lieferengpässen aus China betroffen. Doch trotz solcher Belastungen gaben nur knapp acht Prozent in der Corona-Umfrage an, bereits Stellen abgebaut zu haben oder das zu planen. Oft betraf dies den Metall- und Maschinenbau, die Autoindustrie oder die Dienstleistungsbranche. Der Mittelstand reagierte insgesamt sehr flexibel und entschlossen auf den Lockdown. 63 Prozent der von der DZ Bank und vom BVR Befragten setzten beispielsweise auf Lösungen wie den Abbau von Überstunden oder Betriebsurlaub. Drei Viertel der Unternehmen ermöglichten ihren Mitarbeitern zudem das Arbeiten von zu Hause. Ein bewährtes Mittel war auch Kurzarbeit: Rund die Hälfte der Betriebe setzte für Teile der Belegschaft auf diese Lösung. Besonders häufig wurde die Option im Maschinen- und Fahrzeugbau genutzt.

Sorge um Geschäftslage gewachsen

Auch das heißt Flexibilität: 12 Prozent der Unternehmen haben in der Krise kurzfristig ihre Produktion oder ihr Geschäft umgestellt. Von den befragten kleineren Betrieben hat sogar jeder sechste sein Geschäftsmodell kurzerhand neu ausgerichtet. Doch trotz des entschlossenen Handelns und der oftmals soliden Grundlagen ist die Sorge im Mittelstand groß: Beurteilten vor dem Lockdown noch drei Viertel der Befragten ihre Geschäftslage als „gut“ oder „sehr gut“, fiel ihre Zahl seitdem auf nur noch knapp die Hälfte. Entsprechend werden beispielsweise Investitionen zurückgestellt. Besorgt ist man vor allem auch in den sensiblen Branchen Metall- und Maschinenbau, Autoindustrie und Dienstleistungsgewerbe.

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