Es ist Zeit das eigene Finanzierungsmodell zu überdenken…

Helmut Karrer erklärt, warum Factoring gerade jetzt für viele KMU die passende Lösung zum Re-Start sein kann.

Die Corona-Hilfen kommen endlich im deutschen Mittelstand an – das KfW-Sonderprogramm „Corona-Hilfe“ wurde von vielen Unternehmern genutzt. Der Bund hat insgesamt einen Garantierahmen von rd. EUR 460 Mrd. EUR bereitgestellt mit dem Ziel, deutsche Unternehmen vor ernsthaften Finanzierungsschwierigkeiten oder – wenn diese bereits vorliegen – vor einer drohenden Insolvenz zu schützen. 

Wir halten fest: Bis zum 30.06.2020 wurden etwa 70.000 Kreditanträge entgegengenommen und 33,6 Mrd. EUR an Zusagen herausgelegt. Rund 97 % der Anträge kamen von kleinen und mittleren Unternehmen, von denen 99,8 % der Kredite ein Volumen bis 3 Mio. EUR haben. Bis heute wurden für die KfW- Corona-Hilfe (Stand 11.08.2020) 81.359 Anträge gestellt, von denen 99,7 % bereits abschließend bearbeitet worden sind. Das Zusagevolumen liegt bei 42,6 Mrd. EUR.

Im Interview mit Helmut Karrer, Vorstand der A.B.S. Global Factoring AG, sprechen wir über die Einordnung der aktuellen Lage – insbesondere hinsichtlich der Bedeutung für den deutschen Mittelstand – und auf welche Finanzierungsangebote KMU in schwierigen Zeiten zurückgreifen können.

Interviewfragen:

Hr. Karrer, als Finanzdienstleister arbeiten sie täglich mit unterschiedlichen KMU zusammen. Wie beurteilen Sie das Corona-Hilfspaket? Spüren Sie Erleichterung im deutschen Mittelstand?

Corona hat in vielen Unternehmen dazu geführt, dass die Umsätze stark eingebrochen sind. Fixkosten konnten aber nicht in gleichem Umfang reduziert werden. Die entstandenen Verluste haben sofort Löcher in die Unternehmenskassen gerissen. Viele Unternehmen haben den KfW-Schnellkredit genutzt, um entstandene Liquiditätslücken zu schließen. Da die KfW gegenüber den Hausbanken einen 100%-igen Ausfallschutz übernimmt, sind die Prüfungen der Banken nur in eingeschränktem Umfang erforderlich, so dass die Unternehmen schnell über die Liquidität von bis zu 800.000 EUR verfügen können.

Erleichterung ist vielleicht nicht das richtige Wort… aber ein Durchatmen hat das Hilfspaket sicherlich ermöglicht. Kurzarbeitergeld und steuerliche Hilfsmaßnahmen wie beispielsweise Stundungen von fälligen Steuerzahlungen oder die Herabsetzung von Steuervorauszahlungen waren ebenfalls wichtige Maßnahmen zur Liquiditätssicherung.

Sie sagen Durchatmen… wie geht es nun weiter?

Viele UnternehmerInnen, die den KfW-Schnellkredit in Anspruch genommen haben, wussten oft gar nicht genau, dass dieser auch mit gewissen Auflagen einhergeht. Das soll sicherstellen, dass die Fördermittel auch tatsächlich dort ankommen, wo sie gebraucht werden und keine Zombie-Unternehmen finanziert werden. Viele KMU merken aber jetzt, dass der KfW- Schnellkredit die finanzielle Handlungsfreiheit ihres Unternehmens doch massiv und vor allem über einen längeren Zeitraum einschränkt.

Um nur einige Einschränkungen zu nennen:

  • Die Mittel dürfen nicht zur Rückführung oder Umschuldung anderweitiger Darlehen eingesetzt werfen.
  • Geschäftsführergehälter sind auf maximal 150.000 EUR begrenzt.
  • Spätestens nach 2 Tilgungsfreijahren müssen die Mittel ratierlich zurückgezahlt werden.

Wenn also die Mittel die bereits entstandenen Lücken gestopft haben, stellt sich die Frage, wie weiteres Wachstum – das es in der Regel zwingend braucht, um die Krise nachhaltig zu überwinden – finanziert werden kann.

Was raten Sie betroffenen Unternehmen in einer solchen Situation?

Das Hauptproblem momentan ist ja, dass viele Unternehmen ihre finanziellen Spielräume und Reserven aufgebraucht haben. Sicherheiten stehen nur sehr beschränkt zur Verfügung. Zudem werden sich Banken bei der Kreditvergabe ohne staatliche Garantien im Hintergrund aufgrund der zu erwartenden Insolvenzen sicherlich noch restriktiver zeigen als bisher. So kann man keine großen Sprünge machen. Die Frage ist also ganz klar: Wie komme ich wieder an Working Capital?

Hier kann Factoring ein spannender Finanzierungsmotor sein, denn das Unternehmen kann durch den regelmäßigen Verkauf der Forderungen sofortige Liquidität generieren und sichert sich auch langfristig Wachstumsmöglichkeiten. Ich gehe davon aus, dass sich viele Unternehmen in hoffentlich naher Zukunft wieder erholen. Und wenn dann wieder neue Umsätze generiert werden, ist Factoring ideal. Factoring kann gerade in

Wachstumsszenarien einen entscheidenden Vorteil ausspielen, den andere Finanzierungsformen nicht bieten: die Finanzierung wächst umsatzkongruent mit.

Auch dem Wunsch der Kunden nach längeren Zahlungszielen kann bei einer Factoringfinanzierung viel leichter entsprochen werden. Das kurbelt den Absatz zusätzlich an.

Factoring ist also ein ideales Finanzierungsinstrument für Wachstumsszenarien. Welche Vorteile bietet das Full-Service-Factoring noch für KMU?

Ja, das stimmt. Das ist auch der Grund, warum wir uns als A.B.S. zwei Schwerpunkte gesetzt haben. Das sind diejenigen Momente im Lebenszyklus eines Unternehmens, bei denen Wachstum essentiell ist und bei denen es bei beiden nicht einfach ist, eine ausreichende Finanzierung sicherzustellen:  Start-up und Turnaround. Full-Service-Factoring ist hier eine besonders wertvolle Ergänzung im Finanzierungsmix.

Neben der Vorfinanzierung der Rechnungen, hat A.B.S. Factoring aber noch weitere Vorteile, wie einen 100%-igen Ausfallschutz – in Krisenzeiten auch kein unerheblicher Vorteil. Darüber hinaus übernehmen wir das komplette Debitorenmanagement und handeln auch bei Zahlungsverzügen professionell und effizient. Alles in allem schont das die Nerven gewaltig und bringt ein grundlegendes Maß an Sicherheit und Planbarkeit.

Als abschließende Worte: Wie können sich KMU auf die kommenden Monate vorbereiten?

Für mich umfasst das Wort „Re-Start“ nicht nur den Fall einer Restrukturierung, sondern ich denke da auch an den Re-Start nach COVID-19. Der deutsche Mittelstand muss in Zeiten wie diesen noch enger zusammenrücken (im übertragenen Sinne natürlich). Wir als Factoringdienstleister können nur sagen: Informieren Sie sich über verschiedene Finanzierungsangebote und wägen Sie ab, welche Alternativen für Ihr Unternehmen die beste Lösung bieten. In diesem Zusammenhang empfehle ich Ihnen auch unser E-Book „So führt die Restrukturierung nachhaltig zum Erfolg“, in dem 10 ausgewiesene Restrukturierungsexperten wertvolle Tipps aus der Praxis geben, auch bzgl. des ConInsAG. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass

Factoring in dieser aktuellen Sondersituation erhebliche finanzielle Unterstützung bieten kann.

 

Vielen Dank für das Gespräch.

Interview mit Helmut Karrer

Helmut Karrer ist Vorstand der A.B.S. Global Factoring AG. Die A.B.S. Global Factoring AG mit Hauptsitz in Wiesbaden ist der größte private konzern- und bankenunabhängige Qualitätsdienstleister für Full-Service-Factoring in Deutschland und unterhält weitere Tochtergesellschaften in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Slowenien und Schweden. Als unternehmergeführtes Institut bietet die A.B.S. seit 25 Jahren innovative Finanzierungsinstrumente wie Factoring, sowie digitale Einkaufs- und Absatzfinanzierung an und ist damit ein erfahrener und starker Partner des Mittelstandes.

Share with

Start typing and press Enter to search